Expedition Stotzingen nach dem Yemen
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 189009 | Verfasst am: 04.10.2010 - 10:21    Titel: Expedition Stotzingen nach dem Yemen Antworten mit Zitat

HINTERGRUND
1915 rief Sultan Mehmet V auf Betreiben des deutschen Reichs zum heiligen Krieg gegen Engländer, Franzosen und Russen auf. Indirekt mit ursächlich hierfür war der dt. Orientexperte Max von Oppenheim mit seiner geheimen »Denkschrift zur Revolutionierung der islamischen Gebiete unserer Feinde«

Dieser „Djihad made in Germany“ hatte folgende Zielsetzung:
Durch das Anzetteln von islamistischen Revolten im kolonialen Hinterland sollte der Feind durch die Entsendung größerer Truppenkontingente und Bindung wichtiger Ressourcen geschwächt und damit die Hauptfront entlastet werden. Mit geringstem personellen Aufwand aber viel Propaganda und Geld sollte dieses Kriegsziel erreicht werden
Dieses Projekt scheiterte letztendlich an gravierenden Unzulänglichkeiten und Fehleinschätzungen der verantwortlichen Organe, jedoch kam es zu einigen bemerkenswerten Missionen einzelner deutscher Spezialisten.
Eine der am wenigsten bekannten war die Stotzingen Mission.
Bezeichnender Weise ist diese Expedition in Anbetracht seiner potentiellen wie auch tatsächlichen Auswirkungen in der britischen Geschichtsschreibung weitaus präsenter als hierzulande

EXKURS
Die arabische Halbinsel war aufgrund seiner geostrategischen Lage spätestens seit dem Bau des Suezkanals das Objekt italienischer, französischer und vor allem britischer Bemühungen
Nominell dem osmanischen Reich zugehörig, war es diesem trotz mehrerer blutiger Feldzüge niemals ganz gelungen, die meist nomadischen Völker völlig unter ihren Einfluß zu bringen. Seit dem Niedergang des osmanischen Reiches spätestens ab 1908 erweiterten die Briten dort konsequent ihren Einfluß
So entstand Anfang 1916 das Arab Bureau of Cairo, wo alle Aktionen koordiniert wurden
Man entsandte (häufig sehr fähige) Agenten, von denen T. E. Lawrence sicherlich der bekannteste war, die mit Hilfe von reichen Geldzuwendungen, Waffenlieferungen und Autonomieversprechungen viele der ohnehin mit der osmanischen Herrschaft unzufriedenen arabischen Stammesführer auf die Seite des Empire zogen

DIE SONDERMISSION
1915 beschloß man Deutscherseits, eine Expedition nach Südarabien zu entsenden.
Mit der Leitung der Mission wurde der Major Othmar Freiherr von Stotzingen betraut.
Stotzingen, ein ehemaliger Generalstabsoffizier im XII Württembergischen Korps und Nachfahre eines alten badischen Adelsgeschlechts hatte vor dem Krieg Afrika bereist und war des arabischen mächtig. Er wurde durch die Ehefrau des Grafen v. Schlieffen vorgeschlagen, die ihn persönlich kannte.
Ihm zur Seite Stand der Orientexperte Carl Neufeld, eine wirklich schillernde Persönlichkeit:
Er hatte 12 Jahre in Gefangenschaft im Sudan verbracht, war zum Islam konvertiert „und von einem arabischen Potentaten kaum mehr zu unterscheiden
Dazu kamen noch drei oder vier weitere Deutsche, die technische und nachrichtendienstliche Aufgaben wahrnehmen sollten. Von diesen konnte ich lediglich einen Leutnant Diel namentlich identifizieren, der für den Betrieb der Funkanlage verantwortlich war..
(Die Quellen sind, was die Zahl der Teilnehmer angeht, auch nicht einheitlich)
Die Ausrüstung umfasste neben der Funkanlage umfangreiches Propagandamaterial sowie mehrere tausend englische Goldpfund und silberne Maria-Theresia Taler

ZIELE UND AUFGABEN
Vorrangig sollte ein Propagandabüro errichtet werden, dessen Aufgabe es war, die Stämme in Somalia, Abessinien und Sudan zum Aufstand gegen die Entente aufzuwiegeln
Neufeld selber sollte in den Sudan gehen, um dort mit lokal angeworbenen Agenten anti-britische Propaganda zu betreiben und Sabotageakte vorzunehmen, weiterhin sollte Ausrüstung zur Unterstützung eines Aufstandes nach Abessinien geliefert werden, wo der deutschfreundliche Lij Iyasu regierte
(s.S. Holgers Beitrag HIER über Leo Frobenius)
Schließlich sollte in Hodeidah eine Funkstation errichtet werden
Es darf aber zu Recht bezweifelt werden, das man die Anlage ausgerechnet dort, in Reichweite britischer Schiffsartillerie aufgebaut hätte.
Der Versuch einer Verbindung mit Deutsch-Ostafrika, wie in einigen Quellen erwähnt, lag zumindest theoretisch im Rahmen des möglichen:
Die Höhenzüge des Yemen und die besonderen klimatischen Eigenheiten hätten selbst einer schwachen Anlage aussergewöhnlich hohe Reichweiten ermöglicht
Die Kolonie hätte zwar unmöglich antworten können, aber Empfangsmöglichkeiten waren bis 1917 noch vorhanden
Eine Einweg-Relaisverbindung Nauen -Yemen - DOA wäre (unter optimalen Bedingungen) somit jedenfalls nicht völlig ausgeschlossen gewesen
Vergleicht man jedoch insgesamt die materielle und personelle Ausstattung der Expedition und ihrer Ziele mit den britischen Anstrengungen, kommen aus heutiger Sicht begründete Zweifel an nennenswerten Erfolgsaussichten auf

POLITISCHE VERHÄLTNISSE
Am 15. März 1916 verließ die kleine Truppe Berlin mit dem „Balkanexpress“ und traf (nach einem kurzen Zwischenstop in Konstantinopel, wo man mit Enver Pascha zusammentraf) am 26. März 1916 in Damaskus ein
Der dortige Gouverneur Djemal Pascha verbot jedoch erst einmal die weiterreise. Hierfür gaben politische Gründe den Ausschlag, denn zu diesem Zeitpunkt waren die Verhältnisse in der Region völlig im Fluß:

Husain bin Ali, der Sherif von Mekka stellte ein großes Beduinenheer auf, verhandelte aber noch mit Türken wie auch Briten (d.h.: so lange er sich nicht für eine Seite entschied, flossen von beiden Parteien grosse Summen, mit denen er wiederum seine ganz persönlichen Ziele verfolgte)

Die Türken ihrerseits bereiteten eine Offensive gegen den Suezkanal und evtl. noch weiter gegen Ägypten vor und wollten den ohnehin unruhigen Husain nicht noch wegen einer Gruppe Ungläubiger provozieren

Deutschland wiederum versprach sich von einer erfolgreichen Ägyptenoffensive einen schnellen Beitritt Abessiniens, von wo aus man den Sudan angreifen konnte (und damit evtl. sogar die Truppen in DOA entlasten)
Italienische Meldungen, wonach Ras Mikail, der Vater des abessinischen Herrschers Lij Iyasu in Ägypten in Verhandlung mit den Briten stand, mahnten jedoch zur Eile

Zuletzt die Briten, die versuchten, den Sherif auf ihre Seite zu ziehen um im Falle eines deutsch-türkischen Angriffs auf Ägypten einen Aufstand in Syrien im Rücken der Angreifer zu initiieren und ihre eigenen Operationen im Irak und Sinai absichern wollten

In Unkenntnis dieser Verhältnisse traf sich derweil v. Stotzingen am 12. April mit Emir Feisal, dem Sohn des Sherifen. Diesem schilderte er die Ziele seiner Mission und erbat Passierscheine, um diese zu erleichtern.
Feisal zeigte sich auch sehr entgegenkommend - und alarmierte danach umgehend seinen Vater über die Vorgänge
So war Husain bereits über die Expedition im Bilde, bevor die überhaupt wusste, wann sie weiterreisen konnte
Willkommen in Arabien!

VERLAUF
Djemal Pascha gab schließlich nach einigem diplomatischen Hin und Her zwischen Berlin und Konstantinopel sein Einverständnis zur Weiterreise, allerdings unter Bedingungen:
Die Expedition sollte ein 3500 Mann starkes Expeditionskorps unter dem Kommando von Khairi Bey begleiten.
Dieser hatte ebenfalls den Jemen als Ziel, wo die weitgehend isolierte Garnison unter Ali Said Pascha gegen Aden verstärkt werden sollte
(s.a. Holgers Bericht HIER)
Die Deutschen mussten die Bahn in al-`Ula verlassen, weil dort das für Christen verbotene Gebiet begann, mit 37 Kamelen und einer Eskorte zur Küste bei Wajh marschieren und weiter auf dem Seeweg nach Qunfidhah gelangen. Hier wollte man sich mit Khairi Beys Kontingent erneut vereinigen und auf dem Landweg weiter nach Sanaa marschieren
Abreisetermin war der 2.Mai 1916, am 4.Mai verließ man die Bahn Richtung Küste

Auf der Gegenseite entwickelten sich allerdings hektische Aktivitäten:
Beunruhigt durch das türkische Expeditionskorps, die deutsche Sondermission und die vermuteten Komplikationen für seine eigenen Pläne informierte Husain das britische Arab Bureau in Kairo, gleichzeitig bereitete er alles für ein unmittelbares losschlagen gegen die Türken vor
Der arabische Vertrauensmann Storrs verließ daraufhin zusammen mit mehreren hochrangigen Unterhändlern an Bord des leichten Kreuzers HMS Dufferin am 23.Mai Suez. Mit 10.000 Pfund Sterling im Gepäck eilte man Richtung Dschidda um sich mit Husains Vertrauensleuten zu treffen
Den Briten schätzten das grundsätzliche Potential der Stotzingen Mission wesentlich höher ein als OHL NfO oder die Pforte
Die Auswirkungen auf die eigenen verdeckten Operationen auf der arabischen Halbinsel, die Gefährdung der strategisch wichtigen Garnison Aden und selbst mögliche Auswirkungen auf den Feldzug in Ostafrika waren sehr gewichtige Argumente für unverzügliches Handeln

Zwischenzeitlich hatte die Stotzingen Expedition die Küste erreicht, gelangte mit den Dhaus aber nur bis Umm Ladj. Hier machte die Präsenz des Kreuzers HMS Fox eine weiterreise über See unmöglich und es ging notgedrungen auf dem Landweg weiter

Am 31.Mai lag HMS Dufferin vor Port Sudan, wo der arabische Agent Ruhi an Bord kam.
Im Zuge der folgenden Unterredung machte dieser Storrs ein makabres Angebot: Für jeweils 1 Pfund bot er ihm die Köpfe von sieben Deutschen an
Es handelte sich um die Männer des Landungszugs v. Möller, die in der Gegend von Rabigh von Stammesangehörigen der Harb ermordet wurden
(s.a. Holgers Beitrag HIER)
Der konsternierte Storrs bot statt dessen 5 Pfund für jedes erbeutete Papier der getöteten, allerdings erfolglos

Am 1.Juni 1916 traf die dt. Sondermission in Yanbu ein.
Man war wohl über die Gruppe v. Möller informiert worden und wollte hier auf sie warten, um dann mit deren Eskorte weiter nach Qunfidhah zu reisen. Man war sich wohl bewusst, das etwas in der Luft lag, doch weder wusste man etwas von tragischen Schicksal der anderen Gruppe, noch konnte man ahnen, was sich mittlerweile wirklich zusammenbraute
Denn ohne sich dessen bewusst zu sein, war man mit der entscheidende Auslöser für den vorzeitigen Ausbruch des Araberaufstandes, wodurch auch die Briten umdisponieren mussten
Bei Baker und Neulen wird zweifelsfrei auf v. Möller eingegangen
Könnte sich um eine Verwechslung mit der zweiten, im o.g. link recherchierten Gruppe handeln, ich versuche noch, das zu prüfen


Nach einer mehrtägigen Odyssee von Hafen zu Hafen wurden die Briten am 5.Juni in Djeddah vor vollendete Tatsachen gestellt, als Husains Mittelsmänner sie über den unmittelbar bevorstehenden Beginn des Aufstandes informierten. Storrs reagierte als erfahrener Kenner der arabischen Verhältnisse flexibel und pragmatisch: Er übergab nach kurzer Verhandlung seine 10.000 Pfund als Soforthilfe und versprach weitere 50.000 Pfund und Waffen „only in return for definite action and if a reliable rising took place“

Zwischen 6. und 9. Juni 1916 griffen zehntausende arabische Auständische alle größeren Garnisonen im Hedjas an
Stotzingens Expedition war damit in Yanbu gestrandet. Am 8. Juni verließ man fluchtartig den Ort und schlug sich zur Bahnlinie bei al-Ula durch
Über den genauen Verlauf und Verluste gibt es nur widersprüchliche Aussagen

Hierzu findet sich in Lawrences Buch „Seven Pillars of Wisdom“ folgender Abschnitt:
Zitat:
Behind the Ashraf came the crimson banner of our last tribal detachment, the Rifaa, under Owdi ibn Zuweid, the old wheedling sea-pirate who had robbed the Stotzingen Mission and thrown their wireless and their Indian servants into the sea at Yenbo. The sharks presumably refused the wireless, but we had spent fruitless hours dragging for it in the harbour.* Owdi still wore a long, rich, fur-lined German officer's greatcoat, a garment little suited to the climate but, as he insisted, magnificent booty. He had about a thousand men, three-quarters of them on foot, and next him marched Rasim, the gunner commandant, with his four old Krupp guns on the pack-mules, just as we had lifted them from the Egyptian Army.

* lt Neulen gelangte die Funkanlage nämlich mit der Bahn nach Medina

Es ist jedenfalls gesichert, das es zumindest Stotzingen und Neufeld (mit dem größten Teil der Kriegskasse) zurück nach Damaskus schafften
v. Stotzingen nahm später noch an den weiteren Kampfhandlungen im Sinai teil. Die näheren Umstände seines Todes konnten nicht ermittelt werden, er wurde jedoch in Israel auf einem deutschen Militärfriedhof bestattet
Die Expeditionstruppe von Khairi Bey lag in Medina, als man dort vom Aufstand überrascht und eingeschlossen wurde
Doch ebenso wie das VII Korps im Jemen, zu dessen Verstärkung man entsandt wurde, konnte man sich bis zum 10.Januar 1919 halten, bevor man als Folge der türkischen Gebietsabtretungen abzog und in die Türkei zurückkehrte

http://i56.tinypic.com/34rhgk5.jpg
Zurückgelegte Route bis Yanbu/8.Juni 1916
geplante Route bis Sanaa/Yemen


QUELLEN:
Werner Neulen: Feldgrau in Jerusalem

Salvador Oberhaus: »Zum wilden Aufstande entflammen« Die deutsche Ägyptenpolitik 1914-1918.
Ein Beitrag zur Propagandageschichte des Ersten Weltkrieges
N. Schwake: Deutsche Soldatengräber in Israel

General Sir Reginald Wingate's despatches, London Gazette supplement, military operations in the Hedjaz from June 9, 1916, to January 10, 1919

Donald McKale:
War by Revolution, Germany and Great Britain in the middle east in the first world war,
German Policy toward the Sharif of Mecca, 1914-1916
Germany and the Arab question in the 1st WW

Randall Baker: King Husain and the Kingdom of Hejaz

Francis E. Peters: Mecca, a literary history of the Muslim Holy Land

Priva Satia: Spies in Arabia

T. E. Lawrence: Seven Pillars of Wisdom

Vincent Steven Wilhite: Guerilla war, counterinsurgency and state formation in Ottoman Yemen

Shinn, Ofcansky, Prouty: Historical dictionary of Ethiopia


Ergänzungen und Berichtigungen wie immer willkommen!
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 189063 | Verfasst am: 04.10.2010 - 21:36    Titel: Antworten mit Zitat

Toll und spanend recherchiert! - Gut gemacht! -

Ich glaube, das hat so gut wie kein Leser dieses Beitrages vorher gewußt. (Ich übrigens auch nicht, Und da du nicht zu denen gehörst die auf ihrem,
erarbeitetet Wissen sitzen bleiben; - bestimmt Vielen damit einen Dienst erwiesen.)


Zitat:
Deutschland wiederum versprach sich von einer erfolgreichen Ägyptenoffensive einen schnellen Beitritt Abessiniens, von wo aus man den Sudan angreifen konnte
(und damit evtl. sogar die Truppen in DOA entlasten)



Zur gleichen Zeit in DOA bei Lettow-Vorbeck:

Am 2. November (1915) war beim Kommando die Entzifferung eines vom Mai datierten Erlasses des Reichskolonialamtes eingegangen, in dem dieses
die Erregung von Unruhen im Sudan verlangte; auf solche lege der Generalstab besonderen Wert. Dieser Erlass schien zwar überholt, da die türkische
Offensive gegen Ägypten inzwischen durch die Dardanellen-Operation unterbrochen worden war, aber Oberstleutnant von Lettow rechnete damit, daß
in nächster Zeit an den Dardanellen eine günstige Entscheidung herbeigeführt würde und dann die türkischen Operationen gegen Ägypten wieder auf
genommen würden, und hielt es darum für erforderlich, ein Eingreifen der Schutztruppe zu diesem Zeitpunkt vorzubereiten. Außerdem kam der Erlass
den schon lange gehegten eigenen Absichten sehr entgegen. . . . .


DER KREIS SCHLIESST SICH!

(Werde darauf zurückkommen wenn ich `das eine Thema´ abgeschlossen habe)

Gruß Holger - Winken -
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 189165 | Verfasst am: 07.10.2010 - 09:29    Titel: Antworten mit Zitat

Holger Kotthaus hat Folgendes geschrieben:
Das mit der Mission Stotzingen (Neufeld) klingt ja äußerst spannend. Gebe aber zu, noch nie davon gehört zu haben, obwohl in letzter Seit einige Deutsche Namen in entfernteren Gebieten auftauchen, die auch sofort notiert werden, und denen man `später´ ja mal gezielter nachgehen könnte.



http://i51.tinypic.com/w8124x.jpg

Diese Aufstellung gibt einen Überblick über die finanziellen Aufwendungen für die verschiedenen Expeditionen und Projekte
Für Stotzingens Mission wurde knapp 1 Million Mark bewilligt
Die britischen Aufwendungen waren ungleich höher.
Storrs, Fußnote S.107:
Zitat:
" Yet the gold dispatched was less than 10 per cent, of the total cost to the British taxpayer of the Revolt in the Desert, which amounted to 11,000,000. In addition to the initial sums I took. Husain received from 8 August 1916, 125,000 a month: in all less than one million sterling. The remaining ten millions represent military operations and supplies from Great Britain.


Und diese Ausgaben machten durchaus Sinn:
Mit dem Verlust von Mecca verlor die hohe Pforte auch den (ohnehin wackligen) Anspruch, Oberhaupt der islamischen Welt zu sein
Das nahm dem ausgerufenen Djihad praktisch die Legitimation
Zugleich band der Aufstand wichtige türkische Ressourcen, die an der Sinaifront fehlten

Gemessen an den sehr ambitionierten Plänen der Stotzingen Mission war der personelle und materielle Kräfteansatz zu gering. Und man kam schlicht ein paar Monate zu spät, denn da war die britische Position weitaus schwächer:
Die Briten hatten auf Gallipoli eine schwere Niederlage erlitten, die Mesopotamien-Offensive stockte, Aden war belagert, man stand in Ägypten und Ostafrika in der Defensive, dazu kamen Unruhen in Darfur.
Aber letztendlich wäre auch einer erfolgreich verlaufenen Reise wohl kein durchschlagender Erfolg beschieden: Angesichts der immensen strategischen Bedeutung der Region für das Empire und den deshalb zu erwartenden Gegenmaßnahmen wäre die kleine Expedition mit ihren völlig unzulänglichen Mitteln ( vgl. Mittel f. Persien) über anfängliche lokale Erfolge kaum hinausgekommen
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 189209 | Verfasst am: 08.10.2010 - 08:50    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich nur `Unsere´ beiden Themenbereiche, wie Deutsche Kolonien in Afrika und Arabische Halbinsel nehme, und ohne jetzt eine `Allerwelts
Diskussion´ über Strategische und Geopolitische Hintergründe des 1. WK zu beginnen, sei speziell zu dem o.g. Dokument folgendes zu bemerken:

Das Erkennen der Strategischen Ziele und der Ansatz der entsprechenden Maßnahmen sind auf Deutscher und Britischer Seite als durchaus ebenbürtig
zu bezeichnen. Die Deutschen waren in der Durchführung offensiver Aktivitäten zu Beginn des Krieges sogar durchaus schneller und flexibler, nur die in
der weiteren, notwendigen Unterstützung dieser begonnenen Aktionen kann man schon jetzt zusammenfassend sagen: ZU WENIG UND ZU SPÄT

(Diesem, und den anderen, in dem o.g. Dokument aufgeführten Expeditionen und Projekten, sollte man aber `unbedingt´ weiter nachgehen. - Zwinkern - )
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 189213 | Verfasst am: 08.10.2010 - 10:19    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Diesem, und den anderen, in dem o.g. Dokument aufgeführten Expeditionen und Projekten, sollte man aber `unbedingt´ weiter nachgehen.


Dreimal darfst Du raten, wozu ich mich derzeit einlese? Zwinkern
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 189216 | Verfasst am: 08.10.2010 - 11:30    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Dreimal darfst Du raten, wozu ich mich derzeit einlese?

Bei der doch recht kurzen Liste und deiner erwiesenen Vorliebe für die spannendsten Geschehnisse;
nehme ich das mit dem `dreimal Raten´ jetzt nicht ganz so wörtlich und lasse mich daher einfach überraschen.

Ach, - ich komme ebenfalls in´s träumen - . . . - und wünschte ich hätte deine Internet-Kapazitäten hier `unten´.

Wünsche ein schönes Wochenende. - Winken -
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 189473 | Verfasst am: 15.10.2010 - 14:18    Titel: Antworten mit Zitat

Mal eine genauere Karte, damit man auch mal eine Ahnung bekommt, wer wann wo war

http://i51.tinypic.com/102tbg1.jpg
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 189657 | Verfasst am: 22.10.2010 - 12:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ein paar Auszüge aus diversen zeitgenössischen Publikationen über die technischen Möglichkeiten der damaligen Funkanlagen Anfang 1916

Zitat:
Der FT-Betrieb Kermanschah-Konstantinopel mit einer schweren Station, System Telefunken 1,5 kW auf λ = 1200 m,
stellt mit seinem regelmäßigen Nachtbetrieb, der höchstens bei besonders starken luftelektrischen Störungen nicht durchgeführt werden konnte, somit eine kaum glaubliche Leistung dar. Wenn der seltene Fall einer vollkommen luftstörungsfreien Nacht eintrat, waren die von Kermanschah gesendeten Zeichen in Konstantinopel ohne Lautverstärker aufzunehmen.
Die schwere Station mußte natürlich bei diesem Betrieb stark überlastet werden und erreichte statt normal 2,34 kW eine Antennenenergie bis zu 3,7 kW, was einer Ueberlastung von reichlich 50 Prozent entspricht.


Zitat:
Die bemerkenswertesten Entfernungen, über die mit der schweren Feldstation von 1,5 kW Antennenleistung eine
Verständigung erzielt wurde, sind
Bozanti—Osmanié 650 km
Mossul—Osmanié 1360 km
Bagdad—Osmanié 1625 km
Kermanschah—Osmanié 1800 km


http://i55.tinypic.com/67ts88.jpg

Zitat:
Eine schwere Funkenstation besteht aus drei mit je sechs Pferden bespannten Protz-Fahrzeugen, und zwar
einem Stationsfahrzeug, einem Mastfahrzeug und einem Gerätefahrzeug.
Im Stationsfahrzeug sind die funkentelegraphischen Apparate in der Protze und die Maschinenanlage im Hinterwagen fest eingebaut.
Das Mastfahrzeug trägt einen 30 m hohen auskurbelbaren Teleskopmast und die zwölfdrähtige Schirmantenne, sowie das für Mast und Antenne nötige Zubehör und die Reserve.
Im Gerätefahrzeug ist das für einen mehrwöchigen Betrieb nötige Betriebsmaterial, wie Brennstoff usw., sowie ausgiebiges Reservematerial untergebracht.
Der Sender arbeitet nach dem System der „tönenden Löschfunken“. Er hat einen kontinuierlichen Wellenbereich von 500 bis 2500 m. Der Empfänger hat einen Wellenbereich von 300 bis 2500 m.
Die zur Betätigung des Senders notwendige Kraftquelle besteht aus einem sieben- bis achtpferdigen (gemeint sind PS) wassergekühlten Benzinmotor, der mit einem 500 periodischen Wechselstrom-Generator von 3 kW-Leistung direkt gekuppelt ist. Beim Betrieb werden Kraftquelle und Sender durch ein Kabel verbunden. Die Strahlungsenergie der schweren Station beträgt etwa 1,5 kW.

http://i55.tinypic.com/bdutd2.jpg
Fahrbare Station für den Stellungskrieg eingebaut

Zitat:
Nach dem Fall Kaminas und Windhuks war Deutsch-Ostafrika ausschließlich auf die Aufnahme von Nachrichten der Großfunkstelle Nauen angewiesen. Namentlich nach Einbau einer Verstärkerröhre vom Kreuzer „Königsberg“ glückte dies verhältnismäßig oft. Nicht selten wurden Heeresberichte und Pressenachrichten vollständig aufgenommen. Die Empfangsmöglichkeit hing einzig von den Luftstörungen ab, die nach den gemachten Beobachtungen am schwächsten in der Nähe der Küste, am stärksten im Innern des Landes auftraten. Die guten Erfolge der Empfangsanlagen werden von den Beteiligten auf die fast ausschließlich verwandte Erdantenne (gerichtete Niedrigantenne) zurückgeführt, die sich bei den schwierigen und ungünstigen Verhältnissen in diesen Gebieten als brauchbare, ja zuweilen sogar der hohen Turmantenne gegenüber als überlegene Empfangsantenne erwiesen hat.
Alles in allem genommen haben die funktelegraphischen Anlagen in Deutsch-Ostafrika während des Krieges ganz hervorragende Leistungen erzielt


http://i53.tinypic.com/2w6cpl4.jpg

http://i56.tinypic.com/xqgcxj.jpg http://i55.tinypic.com/98yjyh.jpg
Kriegsenpfangsfunkstelle Kamaschuba/Bukoba__Kriegsempfangsanlage auf dem Guaberg bei Umbulu

sowie: Franz Stuhlman, Der Kampf um Arabien zwischen der Türkei und England, 1916
Zitat:
Ich darf bei dieser Gelegenheit noch auf eine sehr wichtige Frage aufmerksam machen: Im Gebirgslande von Jemen, dessen Gipfel bis 3000 m aufsteigen, wäre ein ausgezeichneter Punkt, um eine große Funkenstation zu errichten, die mit Damaskus oder Konstantinopel, vielleicht auch Nauen einerseits und dem ganzen Gebiete des Indischen Ozeans anderseits in Verbindung stehen würde.


Eine 3500 Mann starke Truppe mit der entsprechenden Logistik sollte also keine besonderen Mühen gehabt haben, solch eine Station zu transportieren

Wie aus den Berichten weiters hervorgeht, wäre eine auf den Höhenzügen im Jemen an der Küste errichtete 1,5 kW Anlage bei günstigen Verhältnissen in der Lage gewesen, eine Verbindung nach DOA aufzubauen
Eine beiderseitige Kommunikation zwischen dem VII Korps und Konstantinopel (Relais Bagdad oder Damaskus) wäre damit auf jeden Fall realisierbar gewesen

Noch etwas zum Verbleib der Anlage selbst:
T.E. Lawrence berichtete in „Seven Pillars of Wisdom“, das die Anlage von Owdi ibn Zuweit ins Meer geworfen wurde, wo man vergeblich danach suchte (s.o.)

dagegen David George Hogarth in
Hejaz before World War I: a handbook, S.61
Zitat:
Hier Audah ibn Zuweid
Danach waren es 2 Begleiter, die er nach eigenem Bekunden ins Meer warf.
Dorfbewohner berichteten demgegenüber, er habe sie als Führer begleitet und auf dem halben Wege nach Umm Ladj ausgeraubt


In Anbetracht der relativen Größe der Anlage ist es daher glaubwürdiger, das selbige mit dem türkischen Detachement nach Medina gelangte

Als erhärtendes Indiz könnte man auch diesen kleinen Zweizeiler werten:
Zitat:
Zur Verbesserung des FT – Betriebes zwischen Medina und Damaskus konnte leider kein deutsches Personal nach Medina geschickt werden, da kein Ungläubiger das Gebiet von Medina betreten darf.


Alle Quellen, soweit nicht anders angegeben: Telefunken-Zeitung, Nr. 15 ff.

Ein besonderer Dank an Thomas Günzel von http://www.radiomuseum.org der sich der nicht unerheblichen Mühe unterzogen hat, zahlreiche Jahrgänge einzuscannen, digital aufzubereiten um sie dann unentgeltlich im Netz zu veröffentlichen: Respekt vor solchem Enthusiasmus!
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 190030 | Verfasst am: 07.11.2010 - 09:13    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Respekt vor solchem Enthusiasmus!

Das Lob gilt natürlich auch besonders für dich.

Du hattest es ja bereits oben erwähnt, das es über die Anzahl der Teilnehmer der Expedition Stotzingen / Neufeld unterschiedliche Aussagen gibt.
In der von Dir angegebenen Quelle wird vom Tod anderer Teilnehmer gesprochen. (Germany and the Arab question in the First World War)
Das heißt von beiden Gruppen mit zusammen ca. 12 Personen, erreichen nur noch Stotzingen, Neufeldund ein weiterer Teilnehmer ` lebend die heimatliche´ Gefilde.

"The German mission, comprising of six persons and led by Major Freiherr Othmar von Stotzingen, traveled by railroad into the Hijaz desert with the Ottoman army unit, but then reaching the point beyond which no non-Muslims were allowed, it left the Ottoman unit and proceeded alone along the Red Sea coast. It planned to link up with the ottomans further down the coast and then march on to Yemen. As it continued on its way, it learned chilling news. Bedouins had massacred another German party during May along the Red Sea coast; it included sailors who had escaped from Java and sought to make their way back to Europe".(33) (Gruppe Möller)

"Only days later, Stotzingen's group almost met the same fate. On 5 June 1916, as the mission reached Yanbu, the Arab revolt exploded in the Hijaz, and the Germans fled for their lives, throwing most of their equipment into the sea. Stotzingen and two other officers managed to escape, while the others died at the hands of Bedouin attackers."(34) (Gruppe Stotzingen / Neufeld)


Orginal-Quellen:

(33.) What happened to the sailors and their commander, S.N. Muller, is in Dudley Ridout (general officer commanding the troops, Straits Settlements) to War Office London, 11 Oct. 1916, FO 372 (Treaties)/piece no. 8641/file no. 257971.

(34.) Antonius, pp. 208-10; and a copy of Stotzingen's report of 30 June 1916, discussing what had happened, |Abschrift. Telegramm des Militaerbevollmaechtigten Pera vom 6. Juli 1916 an Generalstab Sektion Politik Berlin', NARA/T-137/139/00244.
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Zitat:
In Anbetracht der relativen Größe der Anlage ist es daher glaubwürdiger, das selbige mit dem türkischen Detachement nach Medina gelangte


Was hiermit auch bewiesen scheint:

http://i52.tinypic.com/330edsp.jpg

Der Satz:
There is no evidence, however, that it was operated regulary before the outbreak of the Arab Revolt
lässt bezüglich der Jahresangabe 1915 berechtigte Zweifel aufkommen
Mir ist jedenfalls nicht bekannt, das Funkanlagen an die Osmanen abgegeben wurden
Zum einen stellten solche Apparaturen zu dieser Zeit seltene Hochtechnologie dar, zum anderen verfügte die osmanische Armee nicht über entsprechend qualifiziertes Personal, um die Anlagen voll ausreizen zu können

Zitat:
Zur Verbesserung des FT – Betriebes zwischen Medina und Damaskus konnte leider kein deutsches Personal nach Medina geschickt werden, da kein Ungläubiger das Gebiet von Medina betreten darf.


Sonst passt alles exakt auf Stotzingens Aufgabenbereich
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BeitragBeitrags-Nr.: 192738 | Verfasst am: 25.02.2011 - 04:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hey! Ich bin wirklich sehr zufrieden mit Ihrem Gewinde und Gespräch beeindruckt. Das ist wirklich sehr informativ für mich. Vielen Dank für den Austausch dieser.

1/87 panzer
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 192739 | Verfasst am: 25.02.2011 - 08:21    Titel: Antworten mit Zitat

http://i285.photobucket.com/albums/ll46/dooley8625/GIFs/1242749315_bullshit_amplifier-detec.gif
Und Panzerfux sogar auf Facebook - TOLL! Gut gemacht!
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zetabook52
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BeitragBeitrags-Nr.: 193880 | Verfasst am: 06.04.2011 - 09:44    Titel: Three Little Levers that Get Big Results-dental equipment Antworten mit Zitat

Three Little Levers that Get Big Results-dental equipment

I know that when I go into a consultation feeling this way that the results are more favorable for everyone. The problem with being too serious is that your communication will reflect it. It can even get harsh. Remember harsh and yes just don't dental equipment go together in persuasion unless you have total power over the person as in a military boot camp, prison, etc. The last time I looked, you don't have that situation.
The person you want to convince must be moved by the force of will to want what you offer. That force of will emanates first from you and then should germinate and grow inside the heart and mind of your patient. Your job is to plant the seed, water it, give it lots of dental instruments persuasion sunshine and then let persuasion nature take its course. As the persuasion gardener, your job is to weed the garden and keep vermin that eat the yeses out. Your job is to protect the process from enemies of yes including well meaning friends and family who don't have a clue about your patient's problems. Like any good gardener, you do have to pay attention and give the yes plants what they need when they need it.
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 193916 | Verfasst am: 07.04.2011 - 13:22    Titel: Antworten mit Zitat

So langsam NERVT es wirklich GEWALTIG!! Ärgerlich
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 195280 | Verfasst am: 14.06.2011 - 09:47    Titel: Antworten mit Zitat

Journal of the T. E. Lawrence Society, 1991
Mecca's revolt against the Turk / D. G. Hogarth

Zitat:
Afar above the morning mists we saw the majesty of Jebel Radhwa, and below, little sun-struck ports still held by Turks. A naked fisherman paddled his bark canoe through the shark-infested sea to tell an incredible tale of German officers and a German lady gone southward to Yambo a few days before, and on the morrow, off Yambo itself, we heard of this party again as lodged with the Turkish governor of the fort; but we passed on southward, believing in nothing but some sudden advent of Europised Turks in unfamiliar uniforms.

The fisherman, however, had not been deceived, and in his tale had lurked the secret of the precipitation of the Hedjaz revolt. Germans had indeed come down from El-Ala on the Hedjaz Railway to Yambo, including a major on the staff, Baron Othmar von Stotzingen, with at least two aides. His body servant was an Indian deserter from our side, with whom he communicated in English; his interpreter, the notorious . . . Heinrich Neufeld. The latter's Kurdish bride from Damascus, some fifty years his junior, was the 'German lady.' This party was after doing just what we had used to fear; namely, organizing stations for enemy offence and propaganda down the Red Sea coast, coincidentally with the march of a picked Turkish force from Medina and Mecca to the south. That force, appearing in Medina unknown to us, but reported by Sherif Ali to his father, had determined Husein to revolt at once lest a worse thing befall him. The Germans, whose mission was not to the liking of Ahmed Jemal, Pasha of Damascus, had been stopped short of holy Medina and sent round by the coast road to rejoin beyond Hedjaz. But they did not pass Yambo. Warned of the imminence of revolt, Stotzingen, with Neufeld and his lady, headed back, and succeeded in reaching the railway again; but others of the party, trying to follow northward by boat, were caught and, it is said, drowned, but not before the papers had been taken from their persons, which would reveal what has just been told and not a little besides. Had the sherifian revolt never done anything else than frustrate that combined march of Turks and Germans to southern Arabia in 1916, we should owe it more than we have paid to this day.
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